REFLOW setzt dabei auf einen co-kreativen Prozess: Lokale Behörden, Bürgerinnen und Bürger, KMUS, Branchenführer sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in städtischen Innovationsräumen und Werkstätten (z.B. Fab Labs oder Makerspaces) gemeinsam an Lösungsstrategien. In sechs Pilotstädten (Amsterdam, Berlin, Cluj Napoca, Mailand, Paris und Vejle) wird während der dreijährigen Projektlaufzeit erprobt, wie der systemische Wandel zu regenerativen und nachhaltigen Städten erfolgen kann. Die Themen reichen dabei vom lokalen Umgang mit Textilien oder Plastik über den Lebensmittelkonsum bis hin zum Verbrauch von Energie.
REFLOW wird durch das Horizont-2020-Programm der Europäischen Union finanziert. Koordinator des aus 27 Mitgliedern bestehenden Projektes ist die Copenhagen Business School.
Technische Infrastruktur zur Daten-Erfassung und -Aufbereitung
Fraunhofer FOKUS ist technischer Partner bei der Entwicklung einer technischen Infrastruktur, mit deren Hilfe die Pilotstädte Daten zu Materialströme erfassen, verfolgen und austauschen können: Eine Plattform mit unterschiedlichen Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten für Materialflüsse soll politische Entscheidungsträger und öffentliche Einrichtungen ebenso wie Unternehmen bei der städtischen Planung und Entscheidungsfindung unterstützen. Im Herbst 2021 ist die finale Phase des Projekts gestartet: Die ersten Projektpartner testen die technische Infrastruktur und haben damit begonnen, ihren Ressourcen eine digitale Identität im System – ReflowOS zu geben.
Sonderlösung für Berliner Pilotprojekt
Neben der Rolle als technischer Partner ist Fraunhofer FOKUS gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben und weiteren Partnern Teil des Berliner Piloten. Das Pilotprojekt befasst sich mit der datengetriebenen Nutzung von Wärme aus Abwasser. Ziel des Projekts ist es zunächst, eine fundierte Datenbasis über die Potenziale in diesem Bereich zu schaffen – um im Anschluss darauf aufbauende Maßnahmen zu ermöglichen.
Auszeichnung als Best-Practice-Beispiel
Anfang 2021 wurde REFLOW als Best-Practice-Beispiel in den »Integration of Social Sciences and Humanities in Horizon 2020«-Monitoringbericht aufgenommen. Ausschlaggebend für die Wahl von REFLOW als Best-Practice-Beispiel war insbesondere der innovative Ansatz des Projekts: Neben der technischen Komponente werden soziale, ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen berücksichtigt und verschiedene gesellschaftliche Akteure – lokale Behörden, Bürgerinnen und Bürger, KMUS, Branchenführer sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – in die Entwicklung der Lösungsansätze einbezogen.