5G VICTORI

5G-VICTORI ist ein EU-finanziertes Projekt, an dem 25 Partner aus acht europäischen Ländern beteiligt sind. Es befasst sich mit dem europäischen Ziel, 5G-Lösungen für vertikale Märkte bereitzustellen. Dies erfordert die Entwicklung von 5G-Infrastrukturen für eine Vielzahl von Anwendungen mit flexiblen Architekturen. Das Projekt wird vorhandene Infrastrukturen nutzen und anpassen, um eine Vielzahl vertikaler Anwendungsfälle zu integrieren – beispielsweise groß angelegte Piloten für Eisenbahn, Energie, Medien und Fabriken der Zukunft.

5G-VICTORI unterstützt das europäische Ziel, 5G-Lösungen für vertikale Märkte bereitzustellen. Dies erfordert die Entwicklung von 5G-Infrastrukturen für eine Vielzahl von Anwendungen mit flexiblen Architekturen, die konvergente Dienste über heterogene Technologiedomänen mit einheitlicher Softwaresteuerung bieten. Das Projekt wird bestehende Infrastrukturen für die Integration einer Vielzahl vertikaler und domänenübergreifender Anwendungsfälle verbessern.

5G-VICTORI wird von der EU im Programm Horizon 2020 mit rund 13,5 Mio. EUR gefördert. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren und begann am 1. Juni 2019. 5G-VICTORI ist Teil der 5G Infrastructure Public Private Partnership (5G-PPP), der gemeinsamen Initiative der europäischen Informations- und Kommunikationsindustrie. Das Ziel dieser Organisation ist es, die Anforderungen für die nächste Generation von Kommunikationsnetzen und -diensten festzulegen. In dieser Phase der 5G-Entwicklung sollen die 5G-PPP-Projekte umfangreiche Feldversuche durchführen, um die Leistung von 5G-Technologien in Betriebsumgebungen zu testen und zu verifizieren.

Großversuche für Bahn, Energie, Medien und Fabriken der Zukunft

5G Victori field trial: mmWave Node in front of an S-Bahn train in Berlin
© Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS

Der Geschäftsbereich Software-based Networks bei Fraunhofer FOKUS lieferte die 5G-Testbed-Infrastruktur auf der Grundlage des 5G Playgrounds, der bereits in den Infrastrukturprojekten 5Genesis und 5G-Vinni zur Bereitstellung einer 5G-Testbed-Plattform verwendet wird.

Die Plattform von 5G-VICTORI zielt darauf ab, geschlossene und spezialisierte Infrastrukturen in offene Umgebungen umzuwandeln. In diesen stehen Ressourcen und Funktionen in vertikalen und nicht-spezifischen Repositories offen für die IuK- sowie vertikale Industrie zur Verfügung. Diese Funktionen können gemeinsam und »on demand« genutzt werden, um unterschiedliche Sets von Diensten in einer Vielzahl von Ökosystemen bereitzustellen.

Der Geschäftsbereich Future Applications and Media von Fraunhofer FOKUS war Co-Leiter des Work Package und koordinierte die Piloten an den vier Plattformstandorten. Future Applications and Media leitete auch die Aktivitäten am Berliner Plattformstandort (basierend auf 5GENESIS), der drei Piloten durchführt. Diese nennen sich »Media: CDN services in dense, static and mobile environments«, »Rail critical services« und »Future Mobility«.

Datenschutz und Datenverarbeitung

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FAME 5G Media Streaming Solutions – Demo auf dem FUSECO Forum 2019

Im ersten Szenario wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn (DB), dem RBB und dem IRT eine neue Technologie entwickelt, die das flüssige Abspielen von Videos in der Mediathek während der Zugfahrt ermöglicht. Das Projekt soll es Benutzern ermöglichen, während der Zugfahrt Videos anzusehen, und zwar auch in Gebieten mit geringer Abdeckung mobiler Daten. Dafür wird ein »Datendusche«-Konzept verwendet: Einem CDN im Zug werden die am häufigsten angeforderten Videos bereitgestellt, indem an Bahnhöfen ein schnelles Vor-Streaming über 5G durchgeführt wird.

Im zweiten Szenario, ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, werden wir die Bereitstellung bahnkritischer Dienste wie die Weichensteuerung über 5G-Technologien demonstrieren. Derzeit basiert die Eisenbahnsignalisierungs- und -steuerungsinfrastruktur auf kabelgebundenen Übertragungen, die für Unfälle und vorsätzliche Angriffe anfällig sind. In der Vergangenheit haben verschiedene Fälle von Brandstiftung, beispielsweise in Berlin und München, zu erheblichen Unterbrechungen des Zugverkehrs geführt. Die geplante Studie wird 5G-basierte Kommunikation verwenden, um zu zeigen, dass die bereitgestellte QoS ausreicht, insbesondere im Bereich geringer Latenz und Zuverlässigkeit, um bahnkritische Dienste mindestens auf dem Niveau aktueller kabelbasierter Lösungen bereitzustellen.

Das dritte Szenario, das im Berliner Testfeld realisiert werden soll, ist die Entwicklung eines MaaS-Frameworks (Mobility as a Service), das Door-to-Door-Dienste für Passagiere mit nachhaltigen Verkehrsmitteln bereitstellt. Der Anwendungsfall ist es, einer großen Gruppe von Passagieren, die an einem Bahnhof ankommen, das individuell passende Verkehrsmittel zu empfehlen, damit die Passagiere ihre weiteren Ziele schnell erreichen können. Aus technischer Sicht erfordert dies die Bearbeitung einer großen Anzahl von Benutzern und Geräten in einem sehr kurzen Zeitraum unter Berücksichtigung der individuellen Vorlieben und Anforderungen – und gleichzeitig eine koordinierte Anpassung an die derzeit am Bahnhof verfügbaren Transportmöglichkeiten (Anzahl der Taxis, Pflegeteile, Leihräder, Leihroller und Liniendienste (z. B. Bus- und Nahverkehrsverbindungen).