International Data Spaces

Souveräner und sicherer Datenaustausch

Shot of two unrecognisable people using Covid-19 tracking apps on their smartphones in the city
© istock / PeopleImages

Datensouveränität als Schlüsselfähigkeit im Zeitalter der Digitalisierung

Noch nie war die Welt so vernetzt wie heute. Doch wie gestalten wir die digitale Zukunft, in der Daten das Lebenselixier jedes Unternehmens sind? Die Initiative International Data Spaces (vormals Industrial Data Space) schafft einen sicheren Datenraum, der Unternehmen verschiedener Branchen und aller Größen die souveräne Bewirtschaftung ihrer Datengüter ermöglicht. Dabei sind die International Data Spaces nicht durch geografische Grenzen limitiert, sondern haben eine europäische bzw. internationale Ausrichtung.

Die von der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelte Architektur schafft einen Rahmen, der dem datengebenden Unternehmen die Möglichkeit gibt, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen und dabei stets die Kontrolle über die Verbreitung und Nutzung der Daten zu bewahren. Sie schafft damit die Rahmenbedingungen für echte Datensouveränität im industriellen Kontext und dient als wesentliche Komponente einer Dateninfrastruktur in und für Europa.

Lösungsansatz

Die von der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelte Architektur schafft einen Rahmen, der dem datengebenden Unternehmen die Möglichkeit gibt, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen und dabei stets die Kontrolle über die Verbreitung und Nutzung der Daten zu bewahren. Sie schafft damit die Rahmenbedingungen für echte Datensouveränität im industriellen Kontext und dient als wesentliche Komponente einer Dateninfrastruktur in und für Europa.

Umsetzung

Fraunhofer FOKUS unterstützt das IDS-Projekt mit seiner Expertise in den Bereichen Zertifizieren, Open Data Lösungen, Testen und Prüfen.

Der Geschäftsbereich Quality Engineering hat folgende Arbeitsschwerpunkte im Projekt IDS: (1) die Vorbereitung einer Open Source Software (OSS) Initiative für ausgewählte IDS-Test, (2) die Erstellung von Testkonzepten und Test-Tooling für IDS-Connectoren und IDS-Broker und (3) die erste Erstellung von Testkonzepten für weitere, notwendige IDS-Infrastrukturdienste.

Vorbereitung einer Open Source Software Initiative

Für den langfristigen Erfolg von IDS als auch GAIA-X müssen sich die zugrundeliegenden Architekturkonzepte durchsetzen. Hierfür ist eine Open-Source-Software-Initiative erforderlich, damit die essenziellen IDS-Services als Open Source zur Verfügung gestellt werden können. Für ausgewählte IDS-Testlösungen wird zudem eine Open-Source-Strategie entwickelt.

Test Center für IDS und GAIA-X

Anbieter von IDS- und GAIA-X-Komponenten benötigen eine dauerhaft verfügbare Referenzimplementierung, gegen die sie eigene IDS- und GAIA-X-Komponenten testen können, sowie Testwerkzeuge, bevor sie anschließend mit einer fertigen Komponente den Support-Prozess durchlaufen. In diesem Projektbaustein soll ein Test-Center für IDS-Komponenten sowie für an GAIA-X angepasste IDS-Komponenten entstehen.

Testkonzept für notwendige IDS-Infrastrukturdienste

Die verschiedenen, im IDS definierten, Komponenten nebst IDS-Connector und IDS-Broker, sind in Kernen vorhanden und können grundsätzlich im Wettbewerb von unterschiedlichen Unternehmen und Organisationen angeboten werden (z.B. Dynamic Attribute Provisioning Service (DAPS), Participant Information System etc.). Auch diese müssen den Qualitätsansprüchen des IDS genügen, so dass erste Testkonzepte entwickelt werden.

Datenschutz und Datenverarbeitung

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Vincent Bohlen and Fabian Kirstein explain Open Data Spaces in the IDS for everyone user-friendly.

Der Geschäftsbereich Digital Public Services arbeitet mit folgenden Forschungsschwerpunkten an der Weiterentwicklung der International Data Spaces:

Zertifizierung technischer Kernkomponenten

In International Data Spaces sollen Daten sicher ausgetauscht und mit Nutzungsrestriktionen versehen werden. Hierfür muss eine vertrauenswürdige Umgebung für die Durchsetzung der Nutzungsregeln vorliegen. Um dieses Ziel zu erreichen, fällt dem Prozess der Zertifizierung eine zentrale Rolle zu. Neben der Zertifizierung der teilnehmenden Unternehmen, sind insbesondere alle technischen Kernkomponenten der International Data Spaces nach den strengen Zertifizierungskriterien zu prüfen und zertifizieren. Fraunhofer FOKUS hat als eines der Kernmitglieder der Arbeitsgruppe der International Data Space Association (IDSA) die Ausgestaltung des IDS Zertifizierungsschemas vorangetrieben. Die Experten des Instituts für Produktzertifizierung haben in den letzten Jahren die Entwicklung der Prüfkriterien und des Zertifizierungsprozesses mitgestaltet und waren in leitender Rolle an allen fünf bisher vergebenen IDS-ready Labeln beteiligt.

Zusammenspiel der FAIR-Prinzipien mit der IDS-Architektur

Die FAIR-Prinzipien (FAIR = Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) werden von einer wachsenden Zahl an Akteuren in der Industrie aufgegriffen, die ihre Datenbestände innerhalb ihrer Organisationen und mit ihren Kooperationspartnern effektiver nutzbar machen möchten. Außerdem wird für Forschungsdaten der Aufbau nationaler (NFDI = Nationale Forschungsdateninfrastruktur) und internationaler (EOSC = European Open Science Cloud) Infrastrukturen gefördert, um durch Sammlung großer Mengen FAIRer Daten Forschung und Innovation zu beflügeln. Die IDS-Infrastruktur soll mit diesen Prinzipien abgeglichen werden, um die steigende Nachfrage nach FAIRem Datenaustausch zu bedienen.

Aufbau eines IDS Open Research Data Ökosystems

Für die offene Bereitstellung und Metasuche von Forschungsdaten und Publikationen existiert weltweit eine Vielzahl von Portalen und Plattformen (z.B. Zenodo oder PANGEA). Durch spezifische Aspekte und Anforderungen der verschiedenen Forschungsdomänen ist diese Vielfalt sinnvoll und wird aktiv gefördert. Dennoch sind zentralisierte und harmonisierte Zugänge zu diesem dezentralen Daten-Ökosystem von großer praktischer Relevanz. FAIRe IDS-Komponenten sollen zukünftig als Grundlage und als ein übergreifender Standard für einen transparenten und selbstbestimmten Austausch von Forschungsdaten fungieren.

IDS Open Data Ökosystem

Das IDS Open Data Ökosystem, bestehend aus dem Open Data Connector und dem Open Data Broker, bildet die Schnittstelle zwischen den Domänen IDS und Open Data.

Der Open Data Connector kann innerhalb dieses Systems genutzt werden, um Daten bereitzustellen. Mit dem Open Data Connector können einerseits bereits veröffentlichte Daten aus bestehenden Portalen eingebunden werden. Andererseits bietet der Connector Datenproduzenten die Möglichkeit ihre Daten, welche sich bislang in internen System befanden, offen bereitzustellen.

Der Open Data Broker stellt in diesem Ökosystem die zentrale Anlaufstelle zum Auffinden der offenen Daten dar. Die Connectoren registrieren ihre Datenangebote am Broker. An diesem können die Daten dann sowohl IDS konform maschinenlesbar, als auch visuell über eine Open Data Portal-Ansicht abgerufen werden.

Open Data ist nicht nur ein Anwendungsfall für Unternehmen zur Integration in ihre Geschäftsprozesse. Es bietet auch einen einfachen Zugang zum Austausch von Daten in International Data Spaces. Open Data wirkt somit als Verstärker, um Unternehmen zu ermutigen ihre Daten über die International Data Spaces-Architektur auszutauschen.