
Ausgangslage & Aufgabe
Die Verwaltungsdigitalisierung im deutschen Mehrebenensystem ist durch eine Vielzahl von Abstimmungsprozessen geprägt. Entscheidungsfindungsprozesse müssen zwischen zahlreichen Akteuren ausgehandelt und abgestimmt werden. Divergierende Interessen verschiedener Ressorts verzögern diese Prozesse und beeinträchtigen die Effektivität und Effizienz des Verwaltungshandelns erheblich. Eng gefasste Zuständigkeiten, die personell nicht ausreichend untersetzt sind, behindern zudem ein schnelles und flexibles Reagieren auf ein sich kontinuierlich veränderndes Umfeld.
Im Jahresbericht 2023 des Nationalen Normenkontrollrat »Weniger, einfacher, digitaler. Bürokratie abbauen. Deutschland zukunftsfähig machen« wird im Hinblick auf die Verwaltungsdigitalisierung ein fehlender politischer Willen attestiert. »Entbürokratisierung, Digitalisierung und Automatisierung« werden hier als Schlüsselfaktoren zur Sicherung der politischen Stabilität identifiziert. Der Nationale Normenkontrollrat fordert weniger Rücksicht auf »föderale und ressortegoistische Befindlichkeiten« und eine breitere Debatte über strukturelle Veränderungen im Sinne des im Koalitionsvertrag angedachten Föderalismusdialogs.